Wer stand nicht mal vor der Qual der Wahl, sich Inlineskates anschaffen zu wollen (oder müssen)… hier ein paar grundlegende Tips.1. Die Schuhe müssen passen. Wenn irgendetwas drückt, scheuert, oder sonst irgendwie unangenehm ist - lasst es bleiben! Also hört auf eure Füße … bei Druckschmerzen unterm/im Fuß vielleicht auch mal zum Fußspezi gehen (Einlagen könnten helfen).
2. Rollen und Kugellager - mal im ernst, für den Freizeitsportler fast schon egal. Solange der Skate von einem Markenhersteller kommt, kann man sich auch darauf verlassen, daß man vorwärts kommt… ansonsten wie im echten Leben - je größer, desto besser (schneller, aber nichts für Anfänger - für die lieber die kleineren).
3. Die Schiene - auf jeden Fall aus Alu (wenns schnell gehen muß - kann auch im Mix mit z.B. Bagnesium sein), für Trend-/Freizeitsportler auch gerne die Öko-Version aus z.B. Bambus.
4. Frauen- und Männerskates? Auf jeden Fall, schließlich gibt es da ein paar eindeutige Unterschiede, wie z.B. die Form des Leistens.
5. Kaufen … aber wo? - Grundlegend kann ich den Weg in den Fachhandel nur befürworten. Nur dort gibt es letztlich auch die Beratung zum Produkt. Wer wirklich weiß, was er/sie braucht kann natürlich auch im Supermarkt oder Internet einkaufen. - Aber Achtung: nicht nur den Preis, sondern auch das Material vergleichen. Für 39,95 gibt es nunmal nicht das Gleiche wie für 99,95.
Mehr Kaufberatung demnächst.
PS: noch mehr Infos:
Im Bereich der Inlineskates läßt sich ähnlich dem Skibereich eine Zielgruppeneinteilung vornehmen, die es erleichtert, den individuell richtigen Skate für den Kunden zu finden. Folgende Zielgruppen lassen sich erkennen: Freizeit, Fitness, Speed, Aggressiv, Hockey, Offroad.
Jede Zielgruppe stellt andere Ansprüche an den Inlineskate, bis auf den der optimalen Passform. Hierbei kommt es häufig dazu, daß Skates zu groß gekauft werden, da diese auf den ersten Eindruck hin ungewohnt eng sitzen. Es gilt genau wie im Skistiefel, daß bei gestrecktem Knie die Zehen vorne Kontakt haben sollen, und erst in Vorlage Luft vor den Zehen sein darf. Dies liegt daran, daß hier ähnliche und auch identische Materialien wie im Skistiefel verwendet werden. Diese passen sich mit der Zeit an den Fuß an, so daß der Schuh sich weitet, und dem Fuß mehr Platz läßt.
Im Bereich der Inlineskates wird genau wie bei Snowboard- und Skistiefeln zwischen Soft- und Hardboots unterschieden. Im Freizeit- und Fitnessbereich haben sich auf Grund der Optik und der meistens besseren Passform die Softboots durchgesetzt. Hierzu hat auch die sehr aggressive Marketingstrategie des Herstellers K2, der ausschließlich Softboots produziert, beigetragen.
Aus funktioneller Sicht bieten die Hartschalen jedoch gewisse Vorteile wie z.B. herausnehmbare Innenschuhe (ansonsten nur bei Salomon-Softboots ab der Saison 2001 möglich), geringes Gewicht, gute Belüftung, mehr seitliche Stabilität (kraftsparenderes Skaten), komplett verschraubte und damit austauchbare Komponenten.
Aufbau/Schienen:
Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme, Rollen und Kugellager seien einzig und allein maßgebend für die Geschwindigkeit von Inlineskates, ist vor allem die Schiene hierfür ausschlaggebend. Im Freizeit- und Aggressiv-Skating sind die etwas weicheren, und langsameren Nylon/Fiberglas-Schienen völlig ausreichend. In den Bereichen Fitness, Speed und Hockey sind die bedeutend steiferen Aluminium-Schienen (auch gemischt mit Magnesium oder Titanium) von vorteil, da diese durch ihre bessere Spurtreue höhere Geschwindigkeiten, bzw. bessere Stabilität ermöglichen.
Im Fitness- und Speed-Skaten sind die Schienen relativ lang, um hiermit einen längeren Bodenkontakt, und somit eine höhere Geschwindigkeit zu gewährleisten. Bei Hockeyskates sind kürzere Schienenkonstruktionen für die Verwendung unterschiedlicher Rollengrößen (Hi/Lo) gefragt. Hierdurch wird eine höhere Beschleunigung und Wendigkeit erzielt.
Rollen:
Je nach Verwendungszweck werden zum Inlineskaten verschiedene Typen von Rollen gebraucht. Es werden hierbei Größe, Härte, Shape sowie die Konstruktion des Kerns unterschieden:
Je größer die Rolle ist, desto höher wird die maximale Geschwindigkeit, desto geringer aber die Beschleunigung und Wendigkeit. Umgekehrt sind kleinere Rollen besser um hohe Beschleunigungswerte und hohe Wendigkeit zu erzielen. Die Härte der Rolle wirkt sich auf fahrkomfort, Reibungswiderstand und Abnutzung aus. Also: je härter die Rolle, desto geringer der Komfort, der Reibungswiderstand und die Abnutzung (und natürlich genau umgekehrt, je weicher die Rolle ist). Das Shape bezeichnet die Form der Rolle, also ob sie eher flach, rund oder spitz nach außen zuläuft. Der Kern ist letztenendes ausschlaggebend für die Stabilität der Rolle, sowie die Belüftung (Kühlung) der Kugellager.
Kugellager:
Der Mythos ABEC: nahezu jeder fragt nach dem „ABEC“ des Kugellagers, das mit Werten von 1, 3, 5, 7 etc. angegeben wird. Je höher dieser Wert, desto besser angeblich auch das Kugellager. Dieser Wert bezieht sich jedoch lediglich auf den Abstand zwischen Kugeln und Käfig innerhalb des Lagers (gemessen in µm), ist aber weder eine anerkannte Norm, noch wird die Angabe dieses Wertes irgendwie kontrolliert.
Wichtiger als dieser Wert ist also die Verarbeitung, sowie die verwendeten Materialien (z.B. auch Keramik oder Titanium). Da weder der Kunde, noch der Verkäufer hier irgendwelche effektiven Tests der Lager durchführen kann, ist es um so wichtiger, sich auf namenhafte Hersteller von Kugellagern verlassen zu können. Marktführer in diesem Segment dürfte der deutsche Hersteller SKF sein (dicht gefolgt von Twincam, BOSS und LTM).
Schutzausrüstung:
Egal, ob beim Snowboarden, beim Skate- und Kickboarden oder beim Inlineskaten; Wer an seinen Knochen und Gelenken hängt, oder diese sogar zum Arbeiten braucht, sollte sie auch Schützen.
Beim Inlineskaten besteht das absolute Minimum aus Knie-, Ellenbogen- sowie Handgelenkschützern, die selbst bei „falschem“ Fallen das schlimmste verhindern, bei richtiger Anwendung sogar die Aufprallenergien bedeutend mindern können. Natürlich spielen hier aber auch Komfort und Bewegungsfreiheit eine große Rolle und werden angesichts von Supermarkt-Billg-Angeboten ein immer wichtigeres Verkaufsargument!
Da man allerdings nicht nur vor dem eigenen Ungeschick, sondern vor dem Dritter nicht sicher ist, sollte man besonders in städtischen Gegenden einen speziellen Inlinehelm tragen, der im Gegensatz zum Fahradhelm den Hinterkopf bedeutend stärker schützt.
Nichtsdestotrotz sollte man durch vorausschauendes Fahren Unfälle zu verhindern versuchen, sich an Verkehrsregeln halten und Rücksicht nehmen… DAS ist der beste Schutz!