Am vergangenen Wochenende war in einer unserer Zeitschriften mal wieder ein unwiederstehliches Angebot: Top Smartphone fast geschenkt und dann auch noch die Grundgebühr um 53 Prozent reduziert.
Leider bin ich in solchen Dingen immer noch sehr skeptisch un habe mal wieder nachgerechnet:
Angebot:
Nokia 5230 Smart-Phone im Wert von 169,- € für 1,- €
aktueller Amazon-Preis inkl. Versand: 104,89 €
Grundgebühr: 3,95 €/Monat (statt 8,49 €)
50,- € Gesprächsguthaben
15 Freiminuten pro Monat am Wochenende
15 netzinterne Standard-SMS pro Monat
Minutenpreise zwischen 0,19 und 0,79 €/Minute (abhängig von Tageszeit, Tarif und Netz)
Vertragslaufzeit 24 Monate.
Hieraus ergeben sich folgende Kosten (unter der Annahme, dass pro Monat 100 Minuten à 0,19 € mit dem Handy telefoniert werden; da keine SMS-Preise in dem Angebot angegeben werden, werden diese auch nicht zur Berechnung herangezogen):
1,- + (24*3,95) + (24*(85*0,19)) - 50,- = 1,- + 94,80 + 387,60 - 50,- = 433,40
jetzt zum Vergleich eine handelsübliche Prepaidkarte:
Minutenpreise/SMS-Preise: 9 Cent je Minute oder SMS in alle Netze zu jeder Zeit
Kosten: 9,90 €
Gesprächsguthaben bei Kauf: 10,- €
Handy muss einzeln erworben werden. Der Fairness halber nehmen wir das gleiche Gerät wie oben, kaufen es aber in diesem Fall bei Amazon.
Weiterhin von den o.a. Bedingungen ausgehend ergeben sich damit folgende Kosten:
104,89 + 9,90 - 10,- + (24*(100*0,09)) = 104,89 - 0,10 + 216 = 320,79
Es ergibt sich also eine Ersparnis von 433,40 - 320,84 = 112,56 Euro.
Gehen wir jetzt noch davon aus, dass mit dem Handy wirklich nur telefoniert (und SMS geschrieben) werden sollen, so kaufen wir ein einfacheres Handy für bis zu 40,- € und nehmen den aktuell günstigsten Prepaid-Tarif mit 7,5 Cent pro Minute oder SMS:
Minutenpreise/SMS-Preise: 7,5 Cent je Minute oder SMS in alle Netze zu jeder Zeit
Kosten: 4,95 €
Gesprächsguthaben bei Kauf: 5,- €
Handy: einmalig 40,- €
Jetzt sehen die Kosten über zwei Jahre so aus:
40,- + 4,95 - 5,- + (24*(100*0,075)) = 40,- - 0,05 + 180 = 219,95
Die Ersparnis beträgt jetzt also schon 433,40 - 219,95 = 213,45.
Es gilt also auch bei Handyverträgen “drum prüfe, wer sich (ewig) bindet”.
Eine Warnung noch zum Schluss: Lassen Sie es auch bei Prepaidanbietern niemals zu einem Zahlungsverzug kommen (z.B. bei automatischer Aufladung bzw. Rückbuchung). In diesem Zusammenhang sind die Tarifdetails geradezu räuberisch, so dass hier Gebüren von über 20,- € auf einen zukommen können. Also immer schön das kleingedruckte lesen.
Das Fazit lautet also: Wer mit seinem Mobiltelefon telefoniert (und ggf. noch SMS schreibt) ist am besten mit einer Prepaidkarte und einem seperat gekauften Handy beraten.